Poker wird generell als Glücksspiel bezeichnet. Da nicht alle Karten ausgeteilt werden, ist das formell gesehen auch korrekt. Trotzdem kann man beim Pokern sein Glück bzw. Pech in gewisser Weise beeinflussen! Um das nachvollziehen zu können, muss man wissen, was eigentlich Glück, Pech, Gewinnwahrscheinlichkeit und Gewinnerwartung ist.
Ich verdeutliche das einmal an einem Beispiel:

Wenn zwei Spieler Münzwerfen gegeneinander spielen – also das klassische „Kopf oder Zahl“ – ist die Gewinnwahrscheinlichkeit für beide gleich, nämlich 50:50. Wenn jetzt viermal hintereinander „Kopf“ kommt, spricht der „Zahl“- Spieler natürlich von Pech.
Wenn die beiden dieses Spiel aber 10.000 mal hintereinander machen, werden beide ziemlich genau gleich häufig gewinnen und verlieren. Denn Glück und Pech ist nur eine kurzfristige Betrachtungsweise. Langfristig gleichen sich Glück und Pech aus, und entscheidend ist dann nur noch die Gewinnwahrscheinlichkeit (in diesem Fall ja für beide jeweils 50 %)
Wenn sich diese beiden Spieler sich jetzt darauf einigen, um 1 Euro pro Spiel zu spielen, ist das Spiel relativ witzlos, weil beide 1 Euro gewinnen und 1 Euro verlieren und nach 10.000 Spielen noch genauso viel Geld haben wie vorher. Gibt der „Kopf“ – Spieler dem „Zahl“ – Spieler aber 2 Euro wenn er verliert, dann macht der „Zahl“ – Spieler ein gutes Geschäft! Denn dann hat er eine positive Gewinnerwartung

Was hat das mit Poker zu tun? Sehr viel sogar! Denn beim Pokern kann man mit der richtigen Taktik und ein wenig Kopfrechnen nach einem ähnlichen Prinzip spielen, wie der „Zahl“ – Spieler in unserem Beispiel. Denn sobald man in einer Poker-Runde immer nur dann mitgeht, wenn man eine positive Gewinnerwartung hat, wird man langfristig gewinnen! (Das Stichwort hier heißt „Pot Odds„)
Natürlich ist das Thema beim Pokern ein wenig komplexer, aber das Grundprinzip ist dasselbe. Ein Großteil des Buches „Texas Hold’em – POKER MIT SYSTEM“ geht genau auf dieses Spiel mit positiven Gewinnerwartungen ein, und Ihr erlernt in verschiedenen Lektionen sowie anhand von Übungen und kleinen Aufgaben, wie man damit auf Dauer gewinnt.
Die meisten Spieler – vor allem Anfänger – machen beim Pokern immer die gleichen Fehler:

1.) Anfänger sehen sich selbst als Semi-Profis
2.) Anfänger spielen zu viele Blätter
3.) Anfänger spielen einfach so ohne Money-Management mit ihrem Geld
4.) Anfänger bewerten gleiche Farben zu hoch
5.) Anfänger verlieben sich in ihre Pocket Karten
6.) Anfänger spielen ausschließlich ihr Blatt
7.) Anfänger callen und checken zu viel
8.) Anfänger spielen ohne Pot Odds
9.) Anfänger denken in „Glück“ und „Pech“
Doch das alles kann man lernen, hinter sich zu lassen. Es sind viele kleine Schritte auf dem Weg zu einem echten Poker-Profi, man muss sie nur einen nach dem anderen gehen.
Ein weiterer, wichtiger Aspekt für eine erfolgreiche Pokerkarriere ist die strategische Planung der eigenen Finanzen: ein gutes Bankroll-Management. Die Bankroll ist das Geld, das einem Spieler zum Pokern zur Verfügung steht. Hier muss man einen guten Plan haben, kurzfristige Up- und Downswings ausgleichen zu können. Und wenn man Turniere oder Sit&Go’s spielen möchte, dann sollte man auch hier über eine gute Strategie verfügen, denn ohne genauen Plan läuft man gerade bei diesen Spielarten ziemlich schnell auf Grund! Und zwar auf den Grund- und Bodensatz seiner Bankroll…

you never stop learning in poker…

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