Hallo liebe Pokerfreunde und Leser von „Poker mit System“,

wie hier bereits vor einiger Zeit kurz erwähnt, habe ich im letzten Jahr den amerikanischen Bestseller „Winning Poker Tournaments, Vol.1“ ins Deutsche übersetzt. Dieses Buch erscheint jetzt endlich in Deutschland unter dem Titel „Erfolg bei Pokerturnieren„, und Band 1 ist ab Mitte Juni im Handel erhältlich. Einen kleinen Vorgeschmack möchte ich Euch natürlich nicht vorenthalten… 😉

Die Autoren „PearlJammer“, „Rizen“ und „Apestyles“ sind absolute Pokerlegenden, die zusammen bereits über 10.000.000 $ in Online- und Live-Turnieren gewonnen haben, eine unfassbare Bilanz!
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Ich denke, wenn man im Turnierpoker DAS Buch der neuen Generation sucht, dann ist es zweifelsohne dieses.

Bereits jetzt könnt Ihr das Buch direkt beim Verlag vorab bestellen, und zwar auf: www.sharkbooks.de.

Damit Ihr einen Eindruck von dem Buch bekommt, hier also ein Auszug aus „Erfolg bei Pokerturnieren – Von der ersten bis zur letzten Hand, Band 1„. Es handelt sich um eine Hand von Jon „PearlJammer“ Turner, einem der aktuell erfolgreichsten Turnierspieler der Welt. Dass er diesen Titel nicht ohne Grund trägt, stellt er in der folgenden Hand unter Beweis, und erläutert dazu noch seine Gedankengänge:

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Hand 44

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Situation: Ich befinde mich nah der Bubble in einem 10 $-Rebuy-Turnier mit 55.000 $ garantiertem Preisgeld. Ich habe eine Menge Pots eröffnet, beim Showdown aber immer nur starke Hände gezeigt. Die Blinds sind bei 500/1000 mit Antes von 100.

wjcwtdVor dem Flop (2.300): Es wird zu mir gefoldet und ich bringe meinen Standard-Raise von knapp dem 2,5-fachen Big Blind auf 2.400. Der Cut-Off foldet, der Button callt und beide Blinds folden.

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wksw9cw7cFlop (7.100): Ich könnte auf diesem Flop eine Continuation Bet bringen, aber wegen meiner ungünstigen Position entscheide ich mich, den Pot klein zu halten und meinem Gegner mit einem Check die Initiative zu überlassen. Das Beste für mich wäre ein postwendender Check meines Gegners. Dann würde ich aufgrund der offenbarten Schwäche nach jeder beliebigen Turnkarte in Höhe des halben Pots betten. Sollte er niedrig betten, werde ich gerne callen, um mit meinem gute versteckten doppelten Gutshot den Turn zu sehen. Wir haben beide viele Chips. Falls ich also treffe, könnte ich einen sehr großen Pot gewinnen. Indem ich hier die Chance auf eine Continuation Bet auslasse, lockere ich außerdem mein Spiel auf, was wiederum den Continuation Bets in zukünftigen Händen mehr Gewicht verleihen könnte.

Mein Gegner bettet 3.000 in einen Pot von 7.100. Seine Bet ist eher klein, was eine breites Spektrum an Händen zulässt. Er könnte mit jedem Paar betten, selbst mit einem kleinen Pocket Pair, um den Pot günstig mitzunehmen. Ebenfalls könnte er mit einem Draw betten, vielleicht sogar mit einem so schwachen wie einem Gutshot. Auch wenn es unwahrscheinlicher ist als ein Paar, wäre es sogar möglich, dass hinter seiner niedrigen Bet ein Set steht, mit dem mein Gegner einen Check-Raise provozieren will. Vermutlich sind AK, KQ und KJ eher unwahrscheinlich, da er solch eine Hand höchstwahrscheinlich mit einer größeren Bet schützen würde. Und im Fall von AK hätte er wohl vor dem Flop gereraist. Ich nehme die Chance, meinen gut versteckten Draw günstig vervollständigen zu können, dankend an und calle.

w2sTurn (13.100): Die 2♠ ist nicht das, was ich sehen wollte. Ich checke, da ich selten in einen Gegner hinein bette, dem ich zuvor die Kontrolle in der Hand überlassen habe.

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Mein Gegner bettet 4.000 in einen Pot von 13.100. Ich könnte hier erneut nur callen und meinem Draw hinterher jagen, da ich sicher ausreichend Implied Odds habe. Allerdings hätte ich mit einem Call so gut wie keine Chance, den Pot zu gewinnen, falls ich meinen Draw verpasse. Die Bet meines Gegner schreit förmlich heraus, dass er schwach ist. Zuerst hat er eine recht kleine Bet auf dem Flop gemacht, und dann hat er auf einem drawlastigen Board weniger als ein Drittel des Pots gesetzt: zwei Flush Draws und diverse Straight Draws sind möglich. Angesichts so vieler Draws versuchen Spieler mit einer starken Hand normalerweise, diese mit einer Bet nahe Potgröße zu schützen.

Mit einem Check-Raise könnte ich hier eine sehr starke Hand repräsentieren, die ich zuvor slow gespielt habe. Mein Gegner könnte mich auf ein Set oder AK setzen. Und diese Hände würden sehr gut zu meiner Spielfolge passen. Was noch wichtiger ist: falls mein Gegner nicht mindestens einen starken König hat, dürfte er diesen Pot wahrscheinlich aufgeben. Mit meinem großen Stack und der Drohung einer großen Bet auf dem River könnte ich meinen Gegner sogar zum Fold einer relativ starken Hand wie KJ oder A9 bringen.

Ich checkraise auf 11.500. Mein Gegner überlegt so lange, dass seine Bedenkzeit abläuft und er foldet. Sein langes Überlegen deutet auf ein mittleres Pocket Pair, eine Neun oder einen schwachen König hin. Er hätte meinen niedrigen Check-Raise sehr wahrscheinlich mit jedem Draw gecallt, und mit absolut Nichts auf der Hand hätte er schneller gefoldet. Beachten Sie die geringe Größe meines Check-Raise: Es gelang mir, einen Pot von 17.100 zu gewinnen und dafür nur 11.500 zu riskieren.

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[Quelle: „Erfolg bei Pokerturnieren – Von der ersten bis zur letzten Hand, Band 1“, erschienen im zsr Verlag. Infos unter www.sharkbooks.de]